Diese Sätze, in all ihren feinen Abwandlungen, lösen bei mir manchmal stellenweise ein wenig Plack aus. Um es vorweg zu greifen: Ich glaube das. Ich glaube das wirklich. Ich glaube, dass es Dinge gibt, die zweifelsfrei für dich und deinen Weg bestimmt sind und denen du deshalb gar nicht entkommen kannst. Ich glaube an diese Prädestination und da kann man total gelassen bleiben. Insofern war es begrüßenswert, als dieser Gedanke in immer mehr Köpfen Eingang fand. Weil er dabei helfen kann, viel Druck loszulassen.

Es gibt Dinge, die halte ich für wahr. Es gibt Dinge, die scheinen wahr. Und dann gibt es noch Dinge, die ich für wahr halten will, weil es mir in meinen bequemen Ego-Kram passt. 

Aus letzterer Rubrik stammt folgender Satz, der allzu gerne in der ”Spiri-Szene” zitiert wird: ”Ach, wenn es sein soll, dann kann ich da auch.” Gerne auch als Variante: ”Dann hat es eben nicht sollen sein” oder ”Wenn es für mich bestimmt ist, dann kann ich da auch.”

Diese Sätze, in all ihren feinen Abwandlungen, lösen bei mir manchmal stellenweise ein wenig Plack aus. Um es vorweg zu greifen: Ich glaube das. Ich glaube das wirklich. Ich glaube, dass es Dinge gibt, die zweifelsfrei für dich und deinen Weg bestimmt sind und denen du deshalb gar nicht entkommen kannst. Ich glaube an diese Prädestination und da kann man total gelassen bleiben. Insofern war es begrüßenswert, als dieser Gedanke in immer mehr Köpfen Eingang fand. Weil er dabei helfen kann, viel Druck loszulassen.

Kleiner Dreh, große Wirkung

Wie der Mensch aber in seiner Grundnatur nun einmal ist, stinkend faul - ach nein, stop, das ist er gar nicht. Das Ego ist so. Also, wie das Ego nun einmal ist in seiner Natur, stinkefaul bis in den Himmel (genauer: bis in die persönliche Hölle), hat es irgendwann begriffen: ”Hey, diese entspannte Haltung richtet sich gegen mich. Das nimmt Druck raus und diese neue Lebensleichtigkeit sorgt für meine Auflösung! Waaaah, das geht ja gar nicht! Was mache ich jetzt? Ah, ich nutze diesen Satz für mich statt gegen mich!” Und ab da begann das Ego, seinem Herrchen oder Frauchen bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu flüstern: ”Hey, da brauchst du dich nicht darum zu kümmern, auch wenn es sich gut und wichtig für dich anfühlt. Wenn es wirklich sein soll, dann kommt es schon. Nix machen, nix machen! Schon gar nicht zu etwas verpflichten! Das beraubt dich nur deiner Freiheit!”

Clever, dieses Ego. Ein echtes Genie!

Seminaranbieter und Seminarhäuser kennen das mittlerweile zu genüge. In einer Zeit, in der alles jederzeit verfügbar scheint, im Überangebot, will sich niemand mehr entscheiden. Er will auch im Real Life die Onlineoptionen. Seminarangebote? Ach ne, nicht anmelden, lieber am Tag selber noch schauen, ”ob es sich so anfühlt”. Gleichzeitig postet man auf Facebook bei den Menschen, deren Veranstaltungen einen interessieren, immer wieder ”Wann kommst du endlich mal in meine Stadt?” in die Kommentarleiste, mit leicht vorwurfsvollem Ton, weil man nicht wie vom Pizzaservice bedient wird, obwohl man das vor drei Monaten schon mal gefragt hat und nichts passiert ist! Ist dann endlich die gewünschte Veranstaltung auch in greifbarer Nähe (maximal 20 km weiter), dann ”passt das doch nicht so gut” und man postet darunter, ob das nicht noch einmal in vier Monaten ginge, da für einen selber dieses Wochenende nicht ganz optimal wäre. 

”Verpflichtung” ist zum Antiwort geworden

Dass wir uns zu nichts mehr verpflichten wollen, zumindest nicht ernsthaft und dauerhaft, zeigen unsere Ehestatistiken. Oder die Scheidungsstatistiken, wie man es sehen will. Ja, dass ein anderer unsere Bedürfnisse bis zum eigenen Tod bedienen soll, das will man schon. Aber dafür lässt man sich nicht auf den anderen ein, das ist ja sein/ihr Job. Läuft nicht alles so, wie man es sich ”vorgestellt” hat, dann ”hat es eben nicht sollen sein”. An sich selbst erst einmal zu arbeiten, jeder für sich, fällt den wenigsten ein. Unbequem. 

So ist das auch mit Seminaren, Vorträgen und Co.

Einmal war ich 500 Kilometer von München weg bei einer Veranstaltung bzw. ich habe sie abgehalten. Ich habe das zig mal bekannt gegeben, auf Facebook und via Newsletter. Als ich dann danach die Fotos online gestellt habe, hat allen ernstes jemand darunter geschrieben: ”Ach, du warst in X? Wann kommst du nach Y?” Y, und jetzt halten Sie sich fest, ist 20 Kilometer von X entfernt. Es kam dieser Person nicht einmal in den Sinn, dass es durchaus möglich wäre, in das 20 Kilometer entfernte X zu fahren, nein, ich sollte nach Y reisen. Darauf gebe ich aber schon lange nichts mehr. Ich war Lehrerin. Lernt man eines schnell in diesem Business (und das rate ich jedem jungen Lehrer!), dann das: Frage bei Wahlkursen NIE die Schüler, wann es ihnen passt! Setze einen Termin fest, sag: ”Da findet es statt!” und dann wirst du sehen, welche Schüler sich dafür eintragen. Allen passt es nie.

Liebe Kursteilnehmer, ich möchte euch heute gerne Folgendes sagen:

Ihr habt Recht. Das glaube ich absolut! Was geschehen soll, wird geschehen.

Allerdings beinhaltet das auch, dass ihr von eurer Intuition klare Zeichen bekommt. Diese aus Faulheit oder Bequemlichkeit zu ignorieren, hat wenig mit dem himmlischen Willen zu tun (wage ich mal zu behaupten). Das ist auch alles total ok. Ihr müsst gar nichts. Ihr müsst auf keine Vorträge, ihr braucht keine Kurse. Wirklich nicht. Alles ist in euch, zweifelsfrei!

Wenn ihr aber so weitermacht und ständig wünscht und verlangt und Angebot haben wollt, aber nicht hingeht, wenn es was gibt oder euch nicht anmelden wollt bis zum letzten Drücker, dann wundert euch nicht, dass Seminarhäuser schließen. Dass Anbieter mit tollen Angeboten aufhören. Dass auch in diesem Bereich das passiert, was mit Innenstädten passiert, dass nämlich nur die ganz Großen übrig bleiben und die kleinen, individuell zugeschnittenen Läden dicht machen müssen, sprich: die Anbieter, die für euch zu moderaten Preisen im kleinen Kreise da sein wollen. Ihr seid die Kunden und ihr reguliert auch hier die Nachfrage. 

Der große Selbstbetrug

Und auch jenseits der Seminarangebotsbereichs möchte ich uns alle hier gerne daran erinnern: Der Satz ”Dann soll es eben nicht sein!” kann in manchen Fällen einfach eine große Verarschung von uns selbst sein. Denn natürlich verarsche ich mich selber, wenn ich

  • einerseits ständig erzähle, ich wäre der Schöpfer/die Schöpferin, und mich dann wundere, dass es (in meiner Region) keine schönen Angebote mehr gibt, weil ich sie nicht annehme, ”weil es eben gerade nicht sein soll” (heißt: weil ich lieber faul auf meiner Couch rumhänge und im Internet surfe, als aus dem Haus zu gehen) und
  • andererseits für Geld arbeiten gehe, obwohl ich ständig postuliere, dass das, was sein soll, auch geschieht. Dann kannst du das auch auf dein Einkommen übertragen. Wenn Gott will, dass du Geld hast, dann schickt er es dir auch so. Ja, echt! Nimm dich doch dann konsequent beim Wort. Denn wenn du das nicht konsequent tust, dann kannst du dir sicher sein, dir in mindestens einem Bereich etwas vorzumachen. In welchem, das weißt am besten du.

Ich selber habe schon lange ein Angebot rausgenommen. Und ein weiteres wird verschwinden. Das schreibe ich nicht verbittert, gar nicht. Mir ist nur einfach meine Lebenszeit zu kostbar, um sie zu verplanen für Menschen, die nicht wollen oder nicht bereit sind, sich einzulassen auf ein Ja. Denn es gibt sie, die, die wirklich wollen und nicht nur palavern. Für sie ist Veränderung möglich, und zwar in Turbozeit und mit großartigen Ergebnissen. Für DIE möchte ich da sein und für die bin ich da, weil es einfach befriedigend für beide Seiten ist. Alle anderen machen so weiter, wie sie möchten. Aufregen tut mich das nicht. Denn wenn es sein soll, werden sie irgendwann begreifen, wie sie sich selber etwas vormachen mit diesen Satz. Oder etwa nicht? ;)